faces of trees
Seit Sommer 2014 verfolge ich mein Projekt, das meinen persönlichen und künstlerischen Inhalten voll und ganz entspricht. Die Idee entstand schon 2 Jahre davor, als ich mich wieder mehr auf die Natur zurückbesann, aus der ich immer wieder, vor allem in Krisen, viel schöpfe. Bäume sind seit meiner Kindheit beständige, verlässliche Begleiter und Weggefährten. Allein sich an einen Baum zu lehnen, gab mir oft viel mehr Halt, als mir je ein Mensch zu geben vermochte. Auf meinem spirituellen Weg lernte ich sie als zuverlässige Wegweiser zu nützen und erhielt immer tiefere Einblicke in ihr Seelenleben. Auch meine Harfe stellte eine tiefe Verbindung zu ihnen her und stärkte meine Beziehung zu ihnen in den letzten Jahren. Sie sind auch die Wohnhäuser der Vögel und da ich zu Vögeln auch eine besondere Verbundenheit spüre, verstärkte dies noch einmal meine Beziehung zu ihnen. So reifte die Idee, Bäumen Gesichter zu geben, um sicht- und spürbar zu machen, dass sie Wesen sind. Schon seit Ur-Zeiten begleiten, mahnen, beobachten, versorgen, zeugen sie, kennen, berühren, beschützen uns und atmen mit uns. Ich spüre behutsam auf, welches Wesen ihnen inne wohnt und verleih ihm­ Ausdruck in Form von Gesichtern aus Ton, sozusagen „Baum­masken“.
Ich begann zuerst in meinem eigenen Lebensraum, bemerkte aber bald, dass ich auch bei Spaziergängen, unterwegs, immer wieder Begegnungen mit Bäumen hatte, die mich inspirierten und gestalterisch aktiv werden ließen.
Ich möchte auch den Prozess der Verwitterung und Angleichung im Laufe der Jahre dokumentieren, da dieser Prozess auch sehr spannend und ausdrucksstark sein wird. Somit rücken Bäume in den Mittelpunkt meines Lebens und bestimmen meinen Weg. Ich möchte mit meinem Projekt auf diese statischen Begleiter und Zeitzeugen mehr aufmerksam machen, ihnen ihre Bedeutung für den Menschen wieder geben und ihnen den Respekt entgegen bringen, den sie verdienen. Was wäre unsere Welt ohne Bäume? Wie oft gehen wir an ihnen vorbei, ohne sie zu beachten? Wie brutal werden sie gefällt und verarbeitet?
Vielleicht „erwacht“ ein Mountainbiker aus seiner Routine, wenn er auf seiner gewohnten Trainingsstrecke ein Gesicht an einem Baum bemerkt. Vielleicht schreckt ein Baumfäller doch zurück, wenn er einen Baum fällt, der ein Gesicht hat. Vielleicht hält ein Spaziergänger einmal inne, wenn er das Wesen eines Baumes mit Gesicht erkennen kann. Und vielleicht werden wir uns wieder mehr bewusst, wie eine Welt ohne Bäume aussehen würde und nicht mehr bewohnbar für uns wäre. Bäume sind für mich Vermittler zwischen Himmel und Erde und somit ein schönes Synonym für den spirituellen Menschen.