Maltherapeutischer Ansatz
Da ich über 30 Jahre als Maltherapeutin in unterschiedlichsten Kontexten ( u.a. Arbeit mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen, Kinderchirurgie, Frauen­gruppen, als Sozialtrainerin im psychosozialen Bereich) gearbeitet habe und sie ein Herzstück meiner Lebensaufgaben ist, möchte ich diese Methode etwas genauer darstellen.
Sie ist eine ganzheitliche Methode und bedient sich einer Ursprache des Menschen, die aus dem Unbewussten schöpft. Dadurch erreicht sie auch Schichten wie Gefühle oder Erfahrungen außerhalb der sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten und erschließt Erlebnisse, die sonst im Ver­bor­genen/Unerkannten bleiben. Sie ist keine anerkannte Psychotherapie.
Es gibt verschiedene Ansätze der Maltherapie. Ich arbeite mit dem ganz­heitlichen Ansatz, der sowohl den Akt des Malens wie auch die anschließende Bildbetrachtung/-besprechung als Teil des therapeutischen Prozesses aner­kennt. In einer gut aufbereitenden Umgebung mit unterschiedlichsten Ange­boten für die malerische Auseinandersetzung findet der Prozess statt.
Die Bildbesprechung findet im Gegensatz zur analytischen Aus­wertung in einem Dialog zwischen TherapeutIn und Malendem/r statt, in dem keine Inter­pretation Platz findet. Sie ist ein gemeinsames erschließen der Sprache des Bil­des und beinhaltet nach den gestalterischen Gesetzmäßigkeiten sowohl Ver­gan­genheits-, Gegenwarts- als auch Zukunftselemente. Einzigartig an diesem therapeutischen An­­satz ist die Möglichkeit der Dokumentation eines Ent­wicklungs- und Be­wusst­werdungsprozesses durch die Bilder. Eine weitere Besonderheit der maltherapeutischen Begleitung stellt die Möglichkeit der selb­ständigen Arbeit mit dieser Methode nach Durchlaufen eines solchen Prozesses dar, da der Malende aktiv an allen einzelnen Schritten beteiligt ist und somit einen vollständigen Werkzeugkoffer mitnimmt. Der mal­the­rapeutische Ansatz setzt keine Vorkenntnisse über das Malen voraus und hilft sogar, vorhandene Blockaden abzubauen.